Piratenpartei und die 5%-Hürde

August 11, 2009

In einem kurzen Zahlenspiel hat Christian Soeder im Blog Rot steht uns gut zur kommenden Bundestagswahl ein paar Zahlen überschlagen, und kam zu dem Ergebnis, dass die Piratenpartei es wohl nicht über die 5%-Hürde schaffen wird. Das denke ich auch.

Im Internet ist die Piratenpartei zwar gut vertreten, aber das wird wohl eher die „gefühlte Temperatur“, als die richtige ist. In Deutschland wohnt noch ein beachtlich großer Teil an Menschen, die noch nie was von der Piratenpartei gehört haben, oder lieber die klassischen Parteien wählen möchte, weil er sich sonst an die Weimarer Republik zurück erinnert fühlt. Dass sie überhaupt so viel Beachtung bekommt, ist wohl eher dem Momentan Hype zu verdanken.

Die Piratenpartei muss bundeweit 5 Prozent erreichen, die magische Zahl beträgt also 2,33 Millionen Menschen.

Ich denke momentan, dass höchstens 200.000 Stimmen realistisch sind, also nicht mal 10% von Christan Soeders berechneter Mindest-Zahl. Sprich: Wird nix mit der 5%-Hürde.

Advertisements

Terroristen machen sich über deutschen Verfassungsschutz lustig

August 10, 2009

Laut Spiegel machen sich die Terroristen der sogenannten Sauerland-Gruppe über den deutschen Verfassungsschutz lustig. Die Verfassungsschützer seien teilweise so offensichtlich vorgegangen, dass man dachte, das geschehe absichtlich, um sie beispielsweise einzuschüchtern.

Ein Mal habe man die Reifen eines verfolgenden Autos mit einem Messer zerstochen was die Ermittler danach veranlasste, mit mehreren Fahrzeugen abzuziehen. Die ganze Straße sei dann leer gewesen.

Da kamen ja durch den Gerichtsprozess wirklich eklatante Mängel ans Tageslicht. Wird nicht immer gesagt, die deutschen Geheimdienste seien die besten der Welt? Hat man nicht in diesen Tag etwas belächelnd nach Spanien bezüglich des Terrorismus geblickt?


Es ist Wahlzeit

August 8, 2009

Die Straßen sind wieder mit Plakaten gepflastert. Schilder sind gespickt mit Gesichtern. Fröhlich lächelnde Menschen schauen einen an, buhlen um Gunst. Es sind neue Gesichter, man kennt sie nicht. Es ist nicht so, dass man die Gesichter auf den Plakaten vor vier Jahren kannte. Aber es sind neue Gesichter. Männer mit Halbglatze und dichtem Oberlippenbart, Frauen Mitte 40 in elegant dezenter Berufskleidung, eine gesunde Bräune der Haut kontrastiert die helle Augenfarbe.

Alle schauen sie einen an, alle haben sie eine Botschaft. Doch im Mittelpunkt steht ganz allein das Gesicht, es deckt das Wahlplakat fast zur vollen Gänze ab. Wenn wir uns dem Plakat aus der Ferne nähern, was sehen wir? Was nehmen wir zuerst wahr? Ist es die politische Botschaft, die doch eigentlich im Zentrum stehen sollte? Aus welchen Elementen setzt sich unser erster Eindruck zusammen? Von was lassen wir uns zuerst beeinflussen, wenn wir uns diesem Plakat nähern? Die politische Botschaft?

Nein. Wir wählen keine Politik, wir wählen Menschen. Wir wählen Gesichter.


Die Partei

August 7, 2009

Was wird eigentlich momentan so viel Wind um die Nichtzulassung dieser Partei gemacht um ihr damit den medialen Boden zu geben? Wenn ich dieses Bild schon sehe, kann ich schon eher etwas mit dem Wort „Farce“ anfangen:

Mit Satire hat das nicht viel am Hut. Dem Autor Martin Sonneborn geht es wohl hauptsächlich um Selbstinszenierung und medialen Rummel. So bekommt man die nötige Aufmerksamkeit für einen Kinofilm.


Platz 1: Hype der Piratenpartei

August 6, 2009

Wer kennt sie nicht? Ich gehe mal davon aus: Alle. Zumindest, alle die gerade diesen Text lesen und somit ein wenig computer- und internetaffin sind. Die Blogs sind voll davon. Ausgezogen aus den PC-Kellern hat sich diese Partei (nicht ganz ungeschickt) eine Zielgruppe zu eigen gemacht, die eigentlich politisch inaktiv (szenesprache: nicht active) ist aber durch und durch bereit ist, die Spieleserver auch mal zu verlassen, wenn die Politik zu ihnen kommt, nämlich im Sinne von Urherberrecht, Datenschutz, usw.

Die Piratenpartei, die anscheinend ohne Widerstand den ehemaligen SPD-Abgeordneten Jörg Tauss mit offenen Armen aufgenommen hat, obwohl dieser zwecks „Eigenermitllung“ kinderpornographische Inhalte auf seiner Festplatte speicherte, liegt hier ganz klar auf Platz 1.

Ein guter Hypeindikator ist dabei die Grafik der Mitgliederentwicklung, man kann genau ablesen, wann der Hype startete und wie er sich entwickelte:

Dabei gibt es die Piratenpartei bereits seit 2006, der Hype drang allerdings erst zur Europawahl diesen Jahres zu mir durch, ein Schnittpunkt mit dem exponentiellen Anstieg der Mitglieder in Deutschland.

Geschätzte Hypedauer/Hypepeak: September 2009 (hoffentlich)


Arbeitsagentur aufgrund Großauftrag in Kritik – Viel Wind um nichts

August 6, 2009

Spiegel Online beschwert sich über einen Großauftrag der Nürnberger Behörde, die eine Stückzahl von 85.000-170.000 PCs umfassen soll. Der Auftrag sei zu groß, es sei nicht ausgeschrieben worden und es ist von „Edel-Rechner“ die Rede.

Nun, von Edel-Rechnern kann man bei angestrebten 150 Punkten im Benchmark von Sysmark 2007 beim besten Willen nicht reden. 4Gig Arbeitsspeicher sind sicher auch zeitgemäß. Schließlich werden die Rechner noch bis ins zweite Quartal von 2010 ausgeliefert und in der Regel werden Amtsrechner einige Jahre eingesetzt. 2 Gig Arbeitsspeicher wären 2015 sicherlich nicht mehr ausreichend, zumal die Systemanforderungen bei Officeanwendungen auch stetig steigen.

Gut, ob man 8 USB-Anschlüsse wirklich braucht, darüber kann man streiten. Nehmen wir Maus und Tastatur, haben wir bereits 2 Steckplätze belegt. Ein USB-Stick drei, externe Festplatte vier. Und wer weiß, was in den nächsten Jahren USB-technisch noch so auf den Markt kommt. Außerdem wird da sicherlich der eine oder andere USB-Ventilator eingesteckt werden 😉
Letztendlich kann man 8 USB-Anschlüsse schon fast als Standard bezeichnen und sie werden wohl keinen großen Ausschlag beim Preis nach sich gezogen haben.

Ob der Auftrag zu groß dimensioniert sei, kann man wiederum auch nicht sagen. Angeblich gäbe es nur 160.000 Mitarbeiter. Dass aber der PC-Bedarf nicht bei 1:1 gedenkt sein muss, sollte klar sein. Außerdem ist in der Ausschreibung die Rede von „bis zu 170.000“, das heißt noch nicht, dass die volle 170.000 auch ausgereizt werden. Der Spiegel spricht aber im ganzen Artikel ständog von „bis zu 170.000“.

Ob der Wettwerb vermieden worden sei, kann man nicht sagen. Dazu fehlen einem dann letztendlich wichtige Daten. Was allerdings dafür spricht, alles bei einem Händler und vom selben Hersteller zu kaufen, sind sinkende Preise bei einer großen Bestellmenge und Homogenität bei Art und Umfang der PCs. Diese Homogenität ist für Computernetzwerke, an denen normale PC-Anwender arbeiten, sehr wichtig

Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum man beispielsweise sich beim Spiegel nicht gefragt hat, warum 85.000 PCs 34 Millionen Euro kosten, während die doppelte Anzahl von 170.000 wiederum auch doppelt so viel – nämlich 68 Millionen – kosten soll. Gab es bei dieser Größenordnung keinen Mengenrabatt? Aber dafür reichen wahrscheinlich die Rechenkünste mancher Journalisten nicht aus, oder man ist sich zu faul dafür. Eine weitere Frage könnte sein, warum man in Zeiten der Mobilität und günstigen Laptops nur Desktop-PCs bestellt hat.

Abschließend kann ich mich nicht dieser Beschwerde anschließen. Man sollte doch erstmal wohl überlegt abwägen, ob man da etwas anzweifelt, nur weil die Auftragssumme so groß ist und auf viele Zuhörer stößt. Wenn man alles und jeden angreift dann sinkt die Glaubwürdigkeit, wenn mal wirklich etwas schief gelaufen sein sollte. Aber das scheint den heutigen Medien, besonders in der Zeit wo es warm ist (oder warm sein sollte), egal zu sein.


Von der Leyen bezeichnet EU-Studie als „falsch“

August 3, 2009

Ich hatte heute bereits über die sinkende Geburtenrate in Deutschland berichtet. Nun äußerte sich offenbar Ursula von der Leyen zu den aus Brüssel veröffentlichen Zahlen (SPON).

Während die EU-Zahlen von 675.000 Neugeborgenen 2008 ausgehen, wird das Statistische Bundesamt demnächst eine „sichere“ Zahl von 682.524 Neugeborenen veröffentlichen. Wir sehen, es geht sich hier um beachtliche Unterschiede! So unterschiedlich, dass von der Leyen von „falschen oder veralteten“ Zahlen spricht. Die Geburtenrate bei 1000 Einwohner würde sich demnach von 8,2 auf 8,3 erhöhen, welch Schritt!

Dass es hier aber hauptsächlich um politische Inszenierung, um Selbstdarstellung geht, zeigt sich darin, dass die zunächst geschätzte Zahl von 690.000 Neugeborenen in 2008 (die später nach unten korrigiert wurde) direkt von Ursula von der Leyen als Erfolg ihrer Politik gefeiert wurde. Hier geht wieder Aktionismus vor Interesse an richtigen Erfolgen. Man möchte lieber die eigenen Programme und die eigene Politik im Erfolg sehen  und sich somit in Szene setzen, als dass man ein wirkliches Interesse am eigentlichen Problem, der schlechten Geburtenrate, hat.

Diese wird wohl kaum durch Kitas und Elterngeld in die Höhe schnellen. Aber das ist egal. Hauptsache man hat ein „eigenes Konzept“ mediengerecht in Szene gesetzt.