Es ist Wahlzeit

August 8, 2009

Die Straßen sind wieder mit Plakaten gepflastert. Schilder sind gespickt mit Gesichtern. Fröhlich lächelnde Menschen schauen einen an, buhlen um Gunst. Es sind neue Gesichter, man kennt sie nicht. Es ist nicht so, dass man die Gesichter auf den Plakaten vor vier Jahren kannte. Aber es sind neue Gesichter. Männer mit Halbglatze und dichtem Oberlippenbart, Frauen Mitte 40 in elegant dezenter Berufskleidung, eine gesunde Bräune der Haut kontrastiert die helle Augenfarbe.

Alle schauen sie einen an, alle haben sie eine Botschaft. Doch im Mittelpunkt steht ganz allein das Gesicht, es deckt das Wahlplakat fast zur vollen Gänze ab. Wenn wir uns dem Plakat aus der Ferne nähern, was sehen wir? Was nehmen wir zuerst wahr? Ist es die politische Botschaft, die doch eigentlich im Zentrum stehen sollte? Aus welchen Elementen setzt sich unser erster Eindruck zusammen? Von was lassen wir uns zuerst beeinflussen, wenn wir uns diesem Plakat nähern? Die politische Botschaft?

Nein. Wir wählen keine Politik, wir wählen Menschen. Wir wählen Gesichter.

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