Die Partei

August 7, 2009

Was wird eigentlich momentan so viel Wind um die Nichtzulassung dieser Partei gemacht um ihr damit den medialen Boden zu geben? Wenn ich dieses Bild schon sehe, kann ich schon eher etwas mit dem Wort „Farce“ anfangen:

Mit Satire hat das nicht viel am Hut. Dem Autor Martin Sonneborn geht es wohl hauptsächlich um Selbstinszenierung und medialen Rummel. So bekommt man die nötige Aufmerksamkeit für einen Kinofilm.

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Platz 2: Hauptsache Apple

August 6, 2009

Egal was Apple macht, es kommt bei den Leuten an. Egal ob Ipods explodieren und Apple danach ein Schweigegeld anbietet – die Leute bleiben Fans. Man denke sich das Ausmaß an öffentllichem und medialem Aufschrei, wenn das gleiche mit Produkten von Microsoft passiere. Microsoft wird dabei gerne auch als „Micro$oft“ dargestellt, um gerissen darauf hinzuweisen, dass Microsoft eine kapitalistische Firma ist, der es nur um Geld gehe und sowieso. Quasi-Monopolstellung im Betriebssystemsektor und so. Alles schlimm. Dabei müsste mir bis heute entgangen sein, dass Apple eine gemeinnützige Firma ist?

Es ist einfach „in“ zu bloggen und dabei einen MacBook zu benutzen, egal, dass das Ding total überteuert ist und man auf dem Markt besser ausgestattete Produkte findet, egal, dass zukünftig Kompabilitätsprobleme auf einen warten – man kann ja einen Windowsemulator nutzen. Hauptsache die äußere Hülle erstrahlt in weiß und der Apfel prangert an der Rückwand. Das gleiche gilt für MP3-Player.

Oder das Iphone: Wie viele Leute haben sich einen Knebelvertrag beim völlig überteuerten ersten IPhone andrehen lassen um was zu bekommen: Ein technisch unterdurchschnittliches Produkt, dass nicht mal Videos aufnehmen oder MMS versenden konnte und eine sogenannte „Kill-Switch-Funktion“ besitzt, womit Apple nicht gewünschte Software beim Nutzer quasi aus der Zentrale heraus löschen kann. Eine Funktion, die eigentlich sehr unliebsam bei dieser Zielgruppe ist und bei Microsoft wohl zu großem Aufschrei geführt hätte.

geschätzt Hypedauer: unbekannt; vermutlich, bis es „out“ ist oder etwas hipperes auf den Markt kommt, ein Hersteller mit einer Birne oder so


Platz 1: Hype der Piratenpartei

August 6, 2009

Wer kennt sie nicht? Ich gehe mal davon aus: Alle. Zumindest, alle die gerade diesen Text lesen und somit ein wenig computer- und internetaffin sind. Die Blogs sind voll davon. Ausgezogen aus den PC-Kellern hat sich diese Partei (nicht ganz ungeschickt) eine Zielgruppe zu eigen gemacht, die eigentlich politisch inaktiv (szenesprache: nicht active) ist aber durch und durch bereit ist, die Spieleserver auch mal zu verlassen, wenn die Politik zu ihnen kommt, nämlich im Sinne von Urherberrecht, Datenschutz, usw.

Die Piratenpartei, die anscheinend ohne Widerstand den ehemaligen SPD-Abgeordneten Jörg Tauss mit offenen Armen aufgenommen hat, obwohl dieser zwecks „Eigenermitllung“ kinderpornographische Inhalte auf seiner Festplatte speicherte, liegt hier ganz klar auf Platz 1.

Ein guter Hypeindikator ist dabei die Grafik der Mitgliederentwicklung, man kann genau ablesen, wann der Hype startete und wie er sich entwickelte:

Dabei gibt es die Piratenpartei bereits seit 2006, der Hype drang allerdings erst zur Europawahl diesen Jahres zu mir durch, ein Schnittpunkt mit dem exponentiellen Anstieg der Mitglieder in Deutschland.

Geschätzte Hypedauer/Hypepeak: September 2009 (hoffentlich)


Neue Seite: Inflationäres Gehype

August 6, 2009

Da ich mich fast täglich über das Gehype in unserer Gesellschaft aufrege, habe ich eine kleine Seite dem Blog hinzugefügt, die eine Platzierung der meiner Meinung nach momentan „gehyptesten“ Dinge enthält. Viel Spaß 😉


Arbeitsagentur aufgrund Großauftrag in Kritik – Viel Wind um nichts

August 6, 2009

Spiegel Online beschwert sich über einen Großauftrag der Nürnberger Behörde, die eine Stückzahl von 85.000-170.000 PCs umfassen soll. Der Auftrag sei zu groß, es sei nicht ausgeschrieben worden und es ist von „Edel-Rechner“ die Rede.

Nun, von Edel-Rechnern kann man bei angestrebten 150 Punkten im Benchmark von Sysmark 2007 beim besten Willen nicht reden. 4Gig Arbeitsspeicher sind sicher auch zeitgemäß. Schließlich werden die Rechner noch bis ins zweite Quartal von 2010 ausgeliefert und in der Regel werden Amtsrechner einige Jahre eingesetzt. 2 Gig Arbeitsspeicher wären 2015 sicherlich nicht mehr ausreichend, zumal die Systemanforderungen bei Officeanwendungen auch stetig steigen.

Gut, ob man 8 USB-Anschlüsse wirklich braucht, darüber kann man streiten. Nehmen wir Maus und Tastatur, haben wir bereits 2 Steckplätze belegt. Ein USB-Stick drei, externe Festplatte vier. Und wer weiß, was in den nächsten Jahren USB-technisch noch so auf den Markt kommt. Außerdem wird da sicherlich der eine oder andere USB-Ventilator eingesteckt werden 😉
Letztendlich kann man 8 USB-Anschlüsse schon fast als Standard bezeichnen und sie werden wohl keinen großen Ausschlag beim Preis nach sich gezogen haben.

Ob der Auftrag zu groß dimensioniert sei, kann man wiederum auch nicht sagen. Angeblich gäbe es nur 160.000 Mitarbeiter. Dass aber der PC-Bedarf nicht bei 1:1 gedenkt sein muss, sollte klar sein. Außerdem ist in der Ausschreibung die Rede von „bis zu 170.000“, das heißt noch nicht, dass die volle 170.000 auch ausgereizt werden. Der Spiegel spricht aber im ganzen Artikel ständog von „bis zu 170.000“.

Ob der Wettwerb vermieden worden sei, kann man nicht sagen. Dazu fehlen einem dann letztendlich wichtige Daten. Was allerdings dafür spricht, alles bei einem Händler und vom selben Hersteller zu kaufen, sind sinkende Preise bei einer großen Bestellmenge und Homogenität bei Art und Umfang der PCs. Diese Homogenität ist für Computernetzwerke, an denen normale PC-Anwender arbeiten, sehr wichtig

Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum man beispielsweise sich beim Spiegel nicht gefragt hat, warum 85.000 PCs 34 Millionen Euro kosten, während die doppelte Anzahl von 170.000 wiederum auch doppelt so viel – nämlich 68 Millionen – kosten soll. Gab es bei dieser Größenordnung keinen Mengenrabatt? Aber dafür reichen wahrscheinlich die Rechenkünste mancher Journalisten nicht aus, oder man ist sich zu faul dafür. Eine weitere Frage könnte sein, warum man in Zeiten der Mobilität und günstigen Laptops nur Desktop-PCs bestellt hat.

Abschließend kann ich mich nicht dieser Beschwerde anschließen. Man sollte doch erstmal wohl überlegt abwägen, ob man da etwas anzweifelt, nur weil die Auftragssumme so groß ist und auf viele Zuhörer stößt. Wenn man alles und jeden angreift dann sinkt die Glaubwürdigkeit, wenn mal wirklich etwas schief gelaufen sein sollte. Aber das scheint den heutigen Medien, besonders in der Zeit wo es warm ist (oder warm sein sollte), egal zu sein.


Der Technik sei Dank

August 5, 2009

ku

Grad drauf gestoßen. Software kann einen schon zum Lachen bringen 😉


Von der Leyen bezeichnet EU-Studie als „falsch“

August 3, 2009

Ich hatte heute bereits über die sinkende Geburtenrate in Deutschland berichtet. Nun äußerte sich offenbar Ursula von der Leyen zu den aus Brüssel veröffentlichen Zahlen (SPON).

Während die EU-Zahlen von 675.000 Neugeborgenen 2008 ausgehen, wird das Statistische Bundesamt demnächst eine „sichere“ Zahl von 682.524 Neugeborenen veröffentlichen. Wir sehen, es geht sich hier um beachtliche Unterschiede! So unterschiedlich, dass von der Leyen von „falschen oder veralteten“ Zahlen spricht. Die Geburtenrate bei 1000 Einwohner würde sich demnach von 8,2 auf 8,3 erhöhen, welch Schritt!

Dass es hier aber hauptsächlich um politische Inszenierung, um Selbstdarstellung geht, zeigt sich darin, dass die zunächst geschätzte Zahl von 690.000 Neugeborenen in 2008 (die später nach unten korrigiert wurde) direkt von Ursula von der Leyen als Erfolg ihrer Politik gefeiert wurde. Hier geht wieder Aktionismus vor Interesse an richtigen Erfolgen. Man möchte lieber die eigenen Programme und die eigene Politik im Erfolg sehen  und sich somit in Szene setzen, als dass man ein wirkliches Interesse am eigentlichen Problem, der schlechten Geburtenrate, hat.

Diese wird wohl kaum durch Kitas und Elterngeld in die Höhe schnellen. Aber das ist egal. Hauptsache man hat ein „eigenes Konzept“ mediengerecht in Szene gesetzt.