Geburtenrate weiter rückläufig

August 3, 2009

Laut Spiegel ist die Geburtenrate in Deutschland weiterhin stark rückläufig, im europäischen Schnitt sogar die geringste Geburtenrate (8,2 geborene Kinder pro 1000 Einwohner).

Im Spiegel-Artikel wird dies im Kontext trotz „Elterngeldes und anderer Reformen“ gesetzt. Dabei ist die Politik nicht der maßgebliche Faktor, sondern sicherlich ein kleiner, zu vernachlässingender Faktor. Ob man Kinder bekommen möchte oder nicht hängt nicht mit Dingen zusammen, ob das Kind einen Kita-Platz bekommen wird oder keinen, sondern mit den Einstellungen der Menschen.

Das Idealbild der heutigen Frau ist keine Mutter. Es ist eine karrieresüchtige, den Mann in allen Feldern überholende Frau. Das ist mit Kindern nicht in Einklang zu bringen. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass man stillschweigend annimmt, Kinder sind dabei völlig unbrauchbar, eine Last, die einem beim Erklimmen der Treppe aufhält.

Solange das Fernsehen noch mit Serien wie „Sex and the City“, „Desperate Housewifes“ oder „Germanys Next Topmodel“ überfüllt ist, wird sich an diesem Idealbild nichts ändern und folglich auch nicht am Willen, Kinder zu bekommen. Da kann das ganze Land mit Kitas vollgepflastert sein.

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Professorinnen an Hochschulen unterrepräsentiert

Juli 27, 2009

Laut Spiegel sind Frauen in der deutschen Hochschullandschaft in der Unterzahl. 2008 waren nur 23% der neu eingestellten Professoren weiblich. Dabei ist in den Sprach- und Kulturwissenschaften der Frauenanteil (35%) am höchsten, in den Naturwissenschaften und der Mathematik mit nur lediglich 15% am geringsten.

Und das „allen Förderprogrammen zum Trotz„. Da frage ich mich: Na und? Muss man denn zwanghaft versuchen, eine Quotierung von 50% zu erreichen?

An vielen Hochschulen gibt es nämlich eine Gleichstellungsbeauftragte (früher Frauenbeauftragte, zu 99% weiblich, also kann man auch weiterhin von einer Frauenbeauftragten sprechen). Diese sorgen dafür, dass beispielsweise bei zwei Bewerbern mit vollkommen gleichen Voraussetzungen (welch Idealisierung und Utopie), der weibliche Bewerber bevorzugt wird. Dies ist teilweise auch gesetzlich geregelt.

Hier hört meiner Meinung nach der Spaß auf. Zum Einen ist es so gut wie unmöglich, dass man bei zwei Bewerbern eine gleich hohe Eignung feststellen kann. Man wird meistens letztendlich einen favorisieren können und diesen sollte man einstellen. Dass man hier dann strikt die Frau bevorzugen soll, klingt nicht nur unfair.
Zum Anderen denke ich könnte es passieren, dass hier schnell „aufgerundet“ wird, d.h. dass bei „nahezu“ gleicher Eignung dann trotzdem die Frau ausgewählt, da sich der Mann nicht ausreichend abesetzen konnte.

Hier sollte man nach anderen Kriterien vorgehen und nicht aufgrund des Geschlechtes jemanden bevorzugen. Dies gilt nicht nur für die Hochschullehre sondern für alle Bereiche, wo es diese Regelung der Frauenquote gibt. Selbst das klassische Los wäre hier geeigneter.

Außerdem sind solche Zahlen zu ignorieren. Zumindest sollte man daraus nicht interpretieren, dass es eine höhere Zahl an Professorinnen anzustreben gilt. Ich bin nicht dagegen, dass man Professorinnen einstellt. Im Gegenteil: Frauen können genau so gut lehren wie Männer. Nur sollte man nicht zwanghaft versuchen eine unterrepräsentierte Zahl zu erhöhen. Ich bin der Meinung, dass es in erster Linie nach Kompetenz gehen sollte und wenn es nun mal so ist, dass Frauen in der Hochschullehre unterrepräsentiert sind, dann ist das nun mal so, sei es aufgrund anderer Interessen oder sonst was. Man versucht ja auch nicht zwanghaft Bereich wo Männer unterrepäsentiert sind zu erhöhen. Die deutsche Hochschullandschaft hat sowieso noch einen weiten Weg vor sich, um international wieder besser dazustehen. Dort sollte Förderung geschehen.

An meiner Hochschule gibt es übrigens auch eine Gleichstellungsbeauftragte, bei Sitzungen und Versammlungen regelmäßig „entschuldigt“.


Emanzipation 2.0

Juli 25, 2009

Eigentlich wollte ich ja noch nicht über dieses mich nachdenklich stimmende Thema schreiben, aber ein Artikel in einem anderen WordPress-Blog hat mich ja zugegebenermaßen doch ein wenig animiert.

Und zwar geht es um einen Beitrag eines glaube ich aktiven Mitglieds (ich sollte wohl besser Mitgliedin sagen, um das Konfliktpotenzial klein zu halten) bei der Piratenpartei, die ja momentan mindestens genau so in zu sein scheint wie Apple und so, mit dem Titel: „Ich bin Pirat und das ist gut so“ (ja, finde ich auch).

Eine Dame mit dem wohlklingenden Namen „poisenyvi“ hat sich über die Wahlzielgruppe besagter Partei echauffiert, oder sagen wir besser, über die gesamte, mal wieder frauenfeindliche Gesellschaft. Demnach würde sich die Partei (oder sagen wir besser die Gesellschaft) den perfekten Piratenparteiwähler als jung, gebildet und männlich (wobei man letztes Attribut markieren sollte, denn das war der Auslöser) und nicht weiblich.

Ihr wird bei so etwas weltbewegendem richtig „schlecht“. Das ist ja auch verständlich. Ist es denn nicht so, dass auch Mädels heutzutage mindestens genauso oft im Internet vertreten sind (Amazon.de, Esprit, GNTM), wie Jungs?? Ist es also heutzutage nicht so, dass Mädels nicht nur saufen können wie Papi, sondern auch surfen können wie Nerdy?

Untermauert wird ihre These mit einer hochwissenschaftlichen Methode namens Wieviele-Internetseiten-gibt-es-zu-meinem-zu-untersuchenden-Merkmal (auch bekannt als „Ich klatsche ein Wort in google und gucke was passiert“-Methode). Herausgekommen war dabei folgendes, verblüffendes, als „Fakten“ bezeichnetes Ergebnis:

Es gibt:

ungefähr 2.860.000 Seiten für Hausfrauen
ungefähr 14.500.000 Seiten für Rezepte
ungefähr 25.100.000 Seiten für Mutter
ungefähr 11.900.000 Seiten für Erziehung
ungefähr 780.000 Seiten für emanzipation
ungefähr 7.550.000 Seiten für Schwangerschaft
ungefähr 227.000 Seiten für empfängnisverhütung
ungefähr 163.000 Seiten für weibliche gamer sowie
ungefähr 5.850.000 Seiten für frauen im internet unter  Google zu finden.

Natürlich habe ich direkt versucht mit einer argumentativen Breitseite in den Kommentaren diese hochwissenschaftliche Methode in ihrer Richtigkeit etwas anzuzweifeln, aber angeblich habe ich den Sinn des Schreibens nicht verstanden, und ja, das stimmt, da muss ich mich bis heute geschlagen geben.

Aber eigentlich hat die Dame ja recht. Unsere heutige Gesellschaft ist noch zu frauenfeindlich. Beispiel: Wehrdienst. Die Bundeswehr nimmt sich doch tatsächlich heraus, nur männliche Personen anzuschreiben?? Aber leider ist da das Engagement unserer weiblichen Artgenossen nicht so hoch, in dieser Institution unterzukommen 😦

Update:
Ich habe mal „aus Jux“ ihre wissenschaftliche Methode auch mal angewendet. Mann muss ja über den Tellerrand hinaus schauen. Ohne groß nachzudenken gab ich spontan und fremdbestimmt „Auto“ und „Sex“ ein. Leider habe ich kein Ergebnis bekommen. Google rechnet noch.