Arbeitsagentur aufgrund Großauftrag in Kritik – Viel Wind um nichts


Spiegel Online beschwert sich über einen Großauftrag der Nürnberger Behörde, die eine Stückzahl von 85.000-170.000 PCs umfassen soll. Der Auftrag sei zu groß, es sei nicht ausgeschrieben worden und es ist von „Edel-Rechner“ die Rede.

Nun, von Edel-Rechnern kann man bei angestrebten 150 Punkten im Benchmark von Sysmark 2007 beim besten Willen nicht reden. 4Gig Arbeitsspeicher sind sicher auch zeitgemäß. Schließlich werden die Rechner noch bis ins zweite Quartal von 2010 ausgeliefert und in der Regel werden Amtsrechner einige Jahre eingesetzt. 2 Gig Arbeitsspeicher wären 2015 sicherlich nicht mehr ausreichend, zumal die Systemanforderungen bei Officeanwendungen auch stetig steigen.

Gut, ob man 8 USB-Anschlüsse wirklich braucht, darüber kann man streiten. Nehmen wir Maus und Tastatur, haben wir bereits 2 Steckplätze belegt. Ein USB-Stick drei, externe Festplatte vier. Und wer weiß, was in den nächsten Jahren USB-technisch noch so auf den Markt kommt. Außerdem wird da sicherlich der eine oder andere USB-Ventilator eingesteckt werden 😉
Letztendlich kann man 8 USB-Anschlüsse schon fast als Standard bezeichnen und sie werden wohl keinen großen Ausschlag beim Preis nach sich gezogen haben.

Ob der Auftrag zu groß dimensioniert sei, kann man wiederum auch nicht sagen. Angeblich gäbe es nur 160.000 Mitarbeiter. Dass aber der PC-Bedarf nicht bei 1:1 gedenkt sein muss, sollte klar sein. Außerdem ist in der Ausschreibung die Rede von „bis zu 170.000“, das heißt noch nicht, dass die volle 170.000 auch ausgereizt werden. Der Spiegel spricht aber im ganzen Artikel ständog von „bis zu 170.000“.

Ob der Wettwerb vermieden worden sei, kann man nicht sagen. Dazu fehlen einem dann letztendlich wichtige Daten. Was allerdings dafür spricht, alles bei einem Händler und vom selben Hersteller zu kaufen, sind sinkende Preise bei einer großen Bestellmenge und Homogenität bei Art und Umfang der PCs. Diese Homogenität ist für Computernetzwerke, an denen normale PC-Anwender arbeiten, sehr wichtig

Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum man beispielsweise sich beim Spiegel nicht gefragt hat, warum 85.000 PCs 34 Millionen Euro kosten, während die doppelte Anzahl von 170.000 wiederum auch doppelt so viel – nämlich 68 Millionen – kosten soll. Gab es bei dieser Größenordnung keinen Mengenrabatt? Aber dafür reichen wahrscheinlich die Rechenkünste mancher Journalisten nicht aus, oder man ist sich zu faul dafür. Eine weitere Frage könnte sein, warum man in Zeiten der Mobilität und günstigen Laptops nur Desktop-PCs bestellt hat.

Abschließend kann ich mich nicht dieser Beschwerde anschließen. Man sollte doch erstmal wohl überlegt abwägen, ob man da etwas anzweifelt, nur weil die Auftragssumme so groß ist und auf viele Zuhörer stößt. Wenn man alles und jeden angreift dann sinkt die Glaubwürdigkeit, wenn mal wirklich etwas schief gelaufen sein sollte. Aber das scheint den heutigen Medien, besonders in der Zeit wo es warm ist (oder warm sein sollte), egal zu sein.

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