Emanzipation 2.0


Eigentlich wollte ich ja noch nicht über dieses mich nachdenklich stimmende Thema schreiben, aber ein Artikel in einem anderen WordPress-Blog hat mich ja zugegebenermaßen doch ein wenig animiert.

Und zwar geht es um einen Beitrag eines glaube ich aktiven Mitglieds (ich sollte wohl besser Mitgliedin sagen, um das Konfliktpotenzial klein zu halten) bei der Piratenpartei, die ja momentan mindestens genau so in zu sein scheint wie Apple und so, mit dem Titel: „Ich bin Pirat und das ist gut so“ (ja, finde ich auch).

Eine Dame mit dem wohlklingenden Namen „poisenyvi“ hat sich über die Wahlzielgruppe besagter Partei echauffiert, oder sagen wir besser, über die gesamte, mal wieder frauenfeindliche Gesellschaft. Demnach würde sich die Partei (oder sagen wir besser die Gesellschaft) den perfekten Piratenparteiwähler als jung, gebildet und männlich (wobei man letztes Attribut markieren sollte, denn das war der Auslöser) und nicht weiblich.

Ihr wird bei so etwas weltbewegendem richtig „schlecht“. Das ist ja auch verständlich. Ist es denn nicht so, dass auch Mädels heutzutage mindestens genauso oft im Internet vertreten sind (Amazon.de, Esprit, GNTM), wie Jungs?? Ist es also heutzutage nicht so, dass Mädels nicht nur saufen können wie Papi, sondern auch surfen können wie Nerdy?

Untermauert wird ihre These mit einer hochwissenschaftlichen Methode namens Wieviele-Internetseiten-gibt-es-zu-meinem-zu-untersuchenden-Merkmal (auch bekannt als „Ich klatsche ein Wort in google und gucke was passiert“-Methode). Herausgekommen war dabei folgendes, verblüffendes, als „Fakten“ bezeichnetes Ergebnis:

Es gibt:

ungefähr 2.860.000 Seiten für Hausfrauen
ungefähr 14.500.000 Seiten für Rezepte
ungefähr 25.100.000 Seiten für Mutter
ungefähr 11.900.000 Seiten für Erziehung
ungefähr 780.000 Seiten für emanzipation
ungefähr 7.550.000 Seiten für Schwangerschaft
ungefähr 227.000 Seiten für empfängnisverhütung
ungefähr 163.000 Seiten für weibliche gamer sowie
ungefähr 5.850.000 Seiten für frauen im internet unter  Google zu finden.

Natürlich habe ich direkt versucht mit einer argumentativen Breitseite in den Kommentaren diese hochwissenschaftliche Methode in ihrer Richtigkeit etwas anzuzweifeln, aber angeblich habe ich den Sinn des Schreibens nicht verstanden, und ja, das stimmt, da muss ich mich bis heute geschlagen geben.

Aber eigentlich hat die Dame ja recht. Unsere heutige Gesellschaft ist noch zu frauenfeindlich. Beispiel: Wehrdienst. Die Bundeswehr nimmt sich doch tatsächlich heraus, nur männliche Personen anzuschreiben?? Aber leider ist da das Engagement unserer weiblichen Artgenossen nicht so hoch, in dieser Institution unterzukommen 😦

Update:
Ich habe mal „aus Jux“ ihre wissenschaftliche Methode auch mal angewendet. Mann muss ja über den Tellerrand hinaus schauen. Ohne groß nachzudenken gab ich spontan und fremdbestimmt „Auto“ und „Sex“ ein. Leider habe ich kein Ergebnis bekommen. Google rechnet noch.

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