Discounter stoßen an Wachstumsgrenzen

August 1, 2009

Discounter wie Lidl, Aldi und Co. stoßen wohl laut Spiegel anscheinend an ihre Wachstumsgrenzen, Umsatzzahlen gehen zurück. Dabei sollten ja vor allem Discounter aus der aktuellen Wirtschaftskrise profitieren.

Dass die Kapazitätsgrenze irgendwann erreicht sein wird, das ist verständlich. Man braucht sich nur mal die Anzahl der Discounter in der Nähe anzuschauen, da hat man bestimmt schnell an die 10 zusammen. Zum nächsten Aldi soll man laut Firmenpolitik beispielsweise nur 15 Minuten benötigen. Es ist wohl klar, dass irgendwann nicht alles mit Discounter vollgebaut sein kann.

Unterm Strich wird es daher für Discounter meiner Meinung nach zukünftig weiterhin rosig aussehen. Dies muss ja nicht mit einem wachsenden Markt einher gehen. Die Kuh kann auch gemolken werden, wenn sie ausgewachsen ist.


Knauf Mitarbeiter erhielten Demonstrationsverbot im Iran

Juli 31, 2009

Laut n-tv erhielten durften sich die Mitarbeiter von Knauf im Iran nicht an den Protesten beteiligen; bei Zuwiderhandlung wurde mit einer Kündigung gedroht:

“Falls irgendeiner unserer Mitarbeiter bei Demonstrationen gegen die aktuelle Regierung gefasst werden sollte, wird er oder sie mit sofortiger Wirkung entlassen.”

Da dieses interne Schreiben anscheinend an die Öffentlichkeit gelang, ist dieses Verfahren dem Unternehmen wohl nicht mehr politisch korrekt genug und wird als “unglückliches Schreiben” abgetan.

Irgendwie scheint es jetzt praxis zu sein, Dinge, die in der Öffentlichkeit nicht gut ankommen hinterher zurückzunehmen und als “unglücklich” oder als “Missverständnis” zu beschönigen…


Aufträge im Maschinenbau brechen erneut ein

Juli 30, 2009

Laut Spiegel merkt man im Maschinenbau die momentanen Auswirkungen der Wirtschaftskrise deutlich. Im April waren die Aufträge im Maschinenbau bereits um 58% eingebrochen, im Mai um 48% und im Juni um 46%. Der Maschinenbau ist eine wichtige Industriesparte Deutschlands. Dabei leitet man auch oft aus den Entwicklungen im Mschinen- und Anlagebau eine Prognose für die gesamtwirtschaftliche Leistung ab.

Daran sieht man wieder, dass es keine “krisenfeste” Branche gibt. Viele Jahre über hat man gesagt (als es gut lief), dass der deutsche Maschinenbau auch in Krisen kaum merkbare Rückgänge haben wird, da die Nachfrage nach Anlagen und Maschinen, beispielsweise in den Schwellenländern, immer gegeben sei.


“Auto Union” möglicher Name für VW mit Porsche

Juli 29, 2009

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn sagt in einem Interview, der neue Automobilkonzern VW, der dann auch Porsche beinhalten wird, könne zukünftig “Auto Union” heißen.

Gleichzeitig strebe man mit der Übernahme durch Porsche an, Marktführer Toyota abzulösen.

Mit Porsche bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass wir alle Möglichkeiten und alle Kraft haben, die neue Nummer 1 der Welt zu werden

Bleibt bei dieser Aussage zu hoffen, dass man in Zukunft die Zeichen der Zeit früher erkennt (wie Toyota mit dem Modell Prius) und nicht die gleichen Fehler wie früher macht.

Warum dies aber nun ausgerechnet mit Porsche geschehen soll, bleibt mir ein Rätsel. Denn VW wird durch die Übernahme von Porsche erstmal nur größer. Durch Größe allein wird man sich nicht im Automobilmarkt behaupten können. Des Weiteren ist Porsche ein reiner Sportwagenhersteller. Wie man dabei den Abstand mit dem Verkauf von Sportwagen (was in diesen Zeiten schwierig ist) zu Toyota verkürzen will, bleibt mir äußerst schleierhaft.

Vielleicht sollte man mal die Entwicklung in Richtung eines umweltfreundlichen Sportwagens treiben, der auch auf dem Massenmarkt absetzbar ist. Dann könnte man vielleicht darüber reden, zu Toyota aufschließen zu können.


Deutsche Jung-Manager sind von der Wirtschaftskrise beunruhigt

Juli 29, 2009

Bei einer Umfrage durch PricewaterhouseCoopers wurde festgestellt, dass sich die Nachwuchskräfte des Managements auf deutlich “härtere Zeiten” einstellen und von der Wirtschafskrise beunruihigt seien. Die genauen Ergebnisse kann man SPON entnehmen.

Was ich ein wenig seltsam an den Ergebnissen finde ist, dass “fast zwei Drittel” davon überzeugt seien, die derzeitige Wirtschaftskrise stelle eine Epochenwende dar und werde das System nachhaltig verändern aber gleichzeitig 65% der Befragten angeben, dass die Wirtschaft nach einer gewissen Phase genauso läuft, wie vorher auch…


Allianz versichert künftig Kidnapping – Hoffentlich Allianz versichert?

Juli 27, 2009

Die Allianz will in Zukunft laut Spiegel Kidnapping & Ransom-Policen (K&R) anbieten. So können Firmen im Ausland ihre Mitarbeiter versichern lassen. Werden sie entführt, zahlt die Allianz.

Man könnte auch sagen: Die Allianz steigt in’s “Kidnapping-Geschäft” ein und übernimmt eine wichtige, spieltheoretische Rolle am Tisch des Entführungssystems. Bleibt dann für die Allianz nur zu hoffen, dass möglichst viele Entführungen stattfinden, damit das Versicherungsrisiko und somit auch die Prämie steigt.

Dass mit Versicherungen, die Lösegeld an Entführer und Erpresser zahlen, automatisch die Anzahl der Entführungen ansteigt und somit das Problem noch größer wird, da es profitbaler für Entführer wird, das scheint ja egal zu sein. Aus diesem Grund sollte man aus spieltheoretischer Sicht solche Versicherungen abschaffen.

Es könnten viele Probleme auf die Allianz zu kommen. Man denke beispielsweise an den Fall, ein Versicherter ist nur für ein Lösegeld von 100.000 Euro versichert, die Entführer wissen dies und verlangen trotzdem 150.000 Euro – in welchem Licht steht dann die Allianz, wenn der Versicherte medienwirksam vor laufender Kamera hingerichtet wird und sie auf die auf Versicherungspolice hinweist? Ob es auch Tarife geben wird, die ein unlimitiertes Lösegeld abdecken? Man denke da an eine Terrororganisation, die mal eben ein paar Millionen für zukünftige “Projekte” einsammelt.

Ob es unter Entführern zukünftig heißt:  “Hoffentlich Allianz versichert”?



Microsoft trotz Gewinneinbußen auf dem richtigen Weg

Juli 24, 2009

Mit einem Gewinneinbruch von fast 30% im letzten Quartal “schockt” (n-tv) derzeit seine Anleger. Ich möchte sie allerdings etwas beruhigen: Microsoft macht derzeit alles richtig.

Microsoft, seit jeher die große Zielscheibe einiger Klientel im Internet, jahre lang Quasi-Monopol-Stellung im Betriebssystemsektor und die letzten Jahre etwas “verstaubt” wirkend hat wohl die Zeichen der Zeit letztendlich doch erkannt und ist auf dem richtigen Weg.

Mit Bing ist es endlich gelungen im zweiten oder dritten Anlauf im Bereich der Suchmaschinen ein konkurrenzfähiges, innovatives (zumindest im Bereich der Bildersuche) und eigenständiges Produkt auf die Beine zu stellen, das für die Zukunft zumindest die Chance des Verhinderns eines Total-Monopols seitens Google in sich birgt.

Im Bereich der Konsolen konnte sich die XBox 360 eindeutig zumindest gegen die Konkurrenz aus dem Hause Sony durchsetzen. In der XBox 360 steckte seit Beginn an die bessere Technik und das obwohl sie die erste der aktuellen Konsolengeneration auf dem Markt war. Mit Project Natal scheint man auch gerüstet in die Zukunft blicken zu können.

Windows 7 (Erscheinungsdatum 22. Oktober) ist der vielversprechende Nachfolger von dem etwas enttäuschenden Windows Vista, obwohl ich mich persönlich über Vista nie beklagen konnte. Windows 7 wird bereits im Vorfeld nach diversen Tests so von der Szene gelobt, wie es eigentlich für das als “uncool” geltende Microsoft untypisch ist und wie man es sonst nur beim “coolen” Apple vorfindet. Wenn das passiert, dann muss man überzeugt worden sein und das kann nur mit mindestens der doppelten Überzeugungskraft stattfinden, als wenn Apple irgendein (Me-Too)Produkt auf den Markt klatscht. Die Vorverkaufsversion von Windows 7 war jedenfalls innerhalb weniger Minuten ausverkauft.

Warum Microsoft eigentlich so unebliebt und Apple so beliebt ist, das bleibt mir schon lange ein Rätsel. Mir ist weder bekannt, dass Apple ein gemeinnütziger Verein wäre, noch dass Apple irgendwie besonders innovativ (bzw. immer innovativ) im Gegensatz zu seinen Konkurrenten ist. Wenn man sich beispielsweise das erste IPhone anschaut: Warum sollte man sich damals ein technisch schlechteres Handy zu einem viel zu überhöhten Preis gekauft haben?


Porsche und die Mär der Eigenständigkeit

Juli 24, 2009

Porsche bleibt eigenständig. Natürlich. Was anderes seitens VW zu propagieren wäre auch destruktiv. Warum sollte man für einen eigentlichen Porsche wo zukünftig auch viel VW dran sein wird einen so hohen Preis bezahlen? Oder: “Jetzt wo Porsche bei VW ist zahle ich für den 911er aber 20 weniger”, könnten einige sicherlich denken.

Nach Außen hin wird man (so wie man das schon seit Beginn an tut) natürlich weiterhin die Eigenständigkeit unterstreichen, aber nach innen hin wird dies denke ich mit aller großer Wahrscheinlickeit nicht passieren. Schließlich ist das Zusammenspiel VW-Porsche schon ein mal schief gegangen und damals waren wirklich beide Seiten eigenständig.

Porsche ist nicht Audi. Ein Porsche hat Prestige, ein Porsche ist ein Statussymbol, ohne jetzt einen Audi schlecht reden zu wollen. Porsche hat seit je her von seiner Exklusivität als relativ kleiner, aber dann doch “großer” und erfolgreicher Sportwagenhersteller gelebt. Ob das nun weiterhin gegeben sein wird wage ich mal vorsichtig zu bezweifeln.

An die Spitze wird man jedenfalls nach meinem Befinden eine Art Marionette installieren (wenn das nicht schon durch Macht geschehen ist) um weiterhin scheinbare Eigenständigkeit zu leben. Wie es zukünftig erfolgstechnisch weiter geht bleibt abzuwarten. Wer angibt es zu wissen solle sich bitte (heimlich) bei mir melden ;)


Porsche und die “öffentliche Hinrichtung”

Juli 24, 2009

Verkehrte Welt in Stuttgart: Wer nun Wiedeking in Stuttgart “feiert”, der hat wohl auch als Porsche-Mitarbeiter in der seit Jahren andauernden Porsche-VW-Sache zu spät den Fernseher eingeschaltet (möglicherweise interessierte man sich erst ab dann dafür, als man merkte, dass es auch um die eigene Haut gehen könnte) und das arrogante Auftreten der oberen Führungsriege von Porsche in den Medien und bei den Banken vergessen und letztendlich auch gegenüber VW.

Oder aber es steckt noch zu viel für Deutsche das stereotypische Obrigkeitsdenken in den Menschen. Wenn der Kaiser abdankte hat man ihn schließlich auch umjubelt – egal warum.


Wiedekings 250.000.000 Euro Belohnung

Juli 22, 2009

Laut Spiegel soll der beste Manager (ja, der beste! Schließlich ist ja der Preis bzw. die Entlohnung der Arbeit strikt and die damit verbundene Leistung gekoppelt, s.u.) Deutschlands, als Sahnehäubchen zu seiner Top-Leistung, den Porsche Konzern an die Wand gefahren zu haben, eine satte Belohnung von 250.000.000€ kassieren. Schließlich sind auch Negativrekorde (~10 Milliarden € Schulden), immerhin noch “Rekorde”, und Rekorde muss man erst erreichen. Schließlich leben wir ja im besten aller Systeme, der freien Marktwirtschaft, wo es ein funktionierendes Anreiz-/ und Sanktionensystem gibt (bin ich gut, werde ich belohnt, bin ich schlecht, werde ich zumindest belohnt). Schließlich hat der gute Mann ja vorher erstmal Porsche gerettet, das ist ja nicht einfach der Job eines Managers, der in ein Unternehmen in solcher Lage kommt und ein gewisses Maß an kaufmännischem Verständnis besitzt. Schließlich wurde er ja nicht schon genug die Jahre vorher dafür be- und entlohnt, durch zahlreiche Boni und Gewinnbeteiligungen (eine Gewinnbeteiligung i.e.S., mit 1-5% am Gesamtgewinn von Porsche).

Nein, wenn man Fehler macht und hochspekulativ agiert, wenn man noch die Klasse und das Talent hat, Dinge wie “Luxus und Stütze passen nicht zusammen” zu verfassen, um Jahre später den Staat für die Rettung des eigenen Missmanagements anzupumpen, wenn man Fehler macht, dann wird man noch entsprechend entlohnt: durch eine angemessene Zahlung in Höhe von 250 Millionen Euro. Schließlich sanktioniert man einen Bankräuber ja auch nicht, wenn der gute Mann sich vorher sozial verdient gemacht hat und im Ortsverein tätig war.

Schließlich sind solche exorbitanten Zahlungen gerechtfertigt. “Wenn jemand den Preis dafür Zahlen möchte, dann ist er/es das auch wert” , sagt die marktwirtschaftliche Theorie. Die Theorie kennt allerdings auch den Grenzertrag des Geldes. 250 Millionen Euro sind für eine Person weniger nützlich, als eine Millionen Euro jeweils für 250 Personen (die vorher nicht in diesen Gefielden beheimatet waren). Ist man durstig, so stillt das zweite Glas Wasser nicht so erstklassig den Durst, wie das erste. Das bezeichnet der Volkswirt als “fallende Skalenerträge“.

Aber dies sind systembetreffende Themen und soll hier zwecks mangelnder Kompetenz nicht behandelt werden.

Da gibt es beispielsweise die ehemaligen Arbeitnehmer der nicht mehr existierenden LG Philips Displays GmbH (Glasfabrik Aachen, früher zum Philips-Konzern alleine gehörend). Diese warten bis heute noch auf ihre gerechten und berechtigten Abfindungszahlungen, Lohnenthaltungen, u.v.m..
LG Philips Dispays ist auf dubiose Art und Weise 2006 zahlungsunfähig geworden. Die Muttergesellschaften (Philips, LG) können dafür nicht haftbar gemacht werden (es lohnt sich mal darüber zu googlen, leider wurde darüber nicht so viel berichtet wie beispielsweise über Nokia Bochum; wahrscheinlich waren dann 400 Mitarbeiter eine zu kleine Berichtsschwelle).

Worauf ich mit diesem Beispiel hinaus will ist: Nehmen wir beispielsweise die Forderung eines solchen, dortigen (fiktiven) Arbeitnehmers  i.H.v. 100.000€ mit all den Problemen, die eine normale Arbeitslosigkeit in der heutigen Zeit mit sich bringt (Alter, Hausplanung, Nachwuchs, verdiente Forderung, etc.).
Dann sind 100.000€ nur 0,04% von dem, was Wiedeking erwarten soll (an dieser Stelle sei gesagt: Auch wenn die 250 Millionen Euro möglicherweise erstmal so in die Medien geworfen sein sollte – die Tendenz ist eindeutig). Anders ausgedrückt: 100.000€ sind nur 1/2.500 dessen, worauf ein geschädigter Arbeitnehmer der ehemaligen LG Philips Displays Aachen vergebens warten wird. Aber dieser Betrag wäre ein Vielfaches davon ge- und berechtigt.

Was wir brauchen ist ein besseres und gerechteres Anreiz-/ und Sanktionssystem. Ausnahmsweise können wir uns da mal was aus dem angelsächsischen Raum abschauen, denn dort fällt nicht so vieles unter “unternehmerisches Risiko“. Dort hat man auch den Mut, gestandene Männer der Öffentlichkeit auch mal zu verklagen. Man schaue sich nur mal einschlägige, nicht von der Justiz intensiv weiter verfolgte Fälle in Deutschland an. Madoff wäre da wahrscheinlich lieber in Deutschland aufgewachsen.

Es gibt aber sicherlich noch andere Modelle und Optionen, Leistung entsprechend zu entlohnen und Fehlleistungen zu sanktionieren.

Update: Wiedeking soll doch “nur” 50 Millionen Euro Abfindung bekommen und tritt von seiner Position zurück bzw. wird zurückgetreten.


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